Plattenfirmen verlangen Internetzensur
Wie Golem berichtet wurde dem EU-Parlament ein Positionspapier des internationalen Verbands der Musikindustrie (IFPI) vorgelegt. Der Verband macht sich für ein Gesetz stark, daß europäische Internetzugangsanbieter zwingt, den Datenverkehr von Internet-Nutzern auszulesen, um gegen Online-Urheberrechtsverstösse vorzugehen.
Der jetzige Erfolg in Frankreich ermutigt den IFPI auch in anderen europäischen Ländern ähnliche Zensurmaßnahmen durchsetzen zu können. In Frankreich wurde vom französischen Präsident auf Druck der Musikindustrie verschiedene Maßnahmen verabschiedet, um beispielsweise Downloads von nicht autorisierten Inhalten einzuschränken. Zukünftig müssen Internetzugangsanbieter in Frankreich sogar ihre Kunden überwachen und bereits im Verdachtsfall Urheberrechtsverletzungen anzeigen, woraufhin durch Behörden sogar der Internetzugang ganz gesperrt werden kann.
Von der IFPI werden drei Maßnahmen für die Lösung des Internetpiraterieproblems vorgeschlagen:
- INHALTSFILTERUNG: Internetzugangsanbieter müssen den gesamten Netzverkehr durch spezielle Server leiten. Auf diesen wären in Datenbanken z.B. Fingerabdrücke geschützer Werke, die nicht zum freien Download stehen würden. Dateien ohne Lizenz würden nicht an den Empfänger weitergeleitet werden.
- SPERRUNG VON PROTOKOLLEN: Protokolle, beispielsweise von sogenannten ‘File-Sharing-Programmen’ würden komplett gesperrt werden.
- BLOCKIERUNG VON INTERNETSEITEN: Internetseiten aus dem Ausland, gegen die rechtlich nicht ohne weiteres vorgegangen werden kann, würden komplett gesperrt werden.
Man kann nun geteilter Meinung sein, nichts desto trotz gibt es nun mal Internet-Piraterie und gegen diese muß auch vorgegangen werden. Es gehört mittlerweile wirklich schon fast zur Selbstverständlichkeit, im Internet die aktuellsten Lieder illegal zu laden - anstatt sie legal zu kaufen.
Eine Blockierung von ganzen Seiten und oder Protokollen macht meiner Meinung nach allerdings im Endeffekt keinen Sinn, da diese Blockaden schnell und ohne großen Aufwand umgangen werden können.
Wirklichen Sinn würde nur eine komplette Filterung des Internetverkehrs machen. Das einzige - was aber auch das Hauptproblem sein wird - wird dabei aber die Erkennung der Dateien sein. Zum einen könnte man einfach in einem aktuellen Lied eine Sekunde Stille einfügen, das würde den digitalen Fingerabdruck und auch die Dateigrösse verändern. Ein weiteres Problem werden die Kosten sein. Wer trägt die Kosten für diese Hochleistungsserver? Die Internetzugangsanbieter werden sich sträuben diese hohen Kosten zu tragen. Verständlich. Immerhin bieten sie ja nur einen reinen Zugang zum Internet...












29.12.2007 at 23:58
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