Das neueste Beispiel von IncrediMail Ltd. zeigt wie abhängig man sich von Online-Werbung teilweise macht. Die Firma IncrediMail Ltd. ist Entwickler des E-Mail Programms IncrediMail. Vor knapp 8 Jahren wurde die Basisversion von IncrediMail veröffentlicht, mittlerweile gibt es sogar eine kostenpflichtige Premiumversion.
Wer viele bunte Animationen und sonstigen Schnickschnack liebt, der wird IncrediMail lieben, alle anderen bleiben sicher eher bei ihren Standard E-Mail Programmen.
Die Basisversion von IncrediMail wurde ausschliesslich durch Werbung finanziert. Dazu wurde Text- oder Grafikwerbung über Google’s Adsense Werbedienst während einer Onlineverbindung geladen und dem Benutzer angezeigt. Scheinbar machte sich IncrediMail Ltd. allerdings zu sehr abhängig von diesen (sehr hohen) Einnahmen.
Am 9. Januar 2008 erhielt IncrediMail Ltd. eine Benachrichtigung von Google über die Beendigung der gemeinsamen Partnerschaft. Als am 11. Januar 2008 dann die Pressemitteilung von IncrediMail Ltd. veröffentlicht wurde, gab es einen gewaltigen Einbruch der Aktien. Innerhalb kürzester Zeit ist der Aktienwert des Unternehmens um 1/3 gesunken - gegenüber der vorherigen Woche.
Weshalb die Partnerschaft beendet wurde, darüber schweigen beide Unternehmen. Die Pressestelle von IncrediMail teilte auf Anfrage mit, dass es derzeit mit Google Gespräche führe, parallel aber auch andere Werbeanbieter prüft. Einige Weblogs, wie u.a. TechCrunch vermuten, dass es sich eventuell um Betrug handeln könnte. Sollte sich diese Anschuldigung bestätigen, dann hat IncrediMail wohl eher schlechte Karten bei den großen Werbeanbietern wie beispielsweise Microsoft und Yahoo.
Mal wieder sieht man wie schnell doch die großen Konzerne mit wenigen Klicks andere Unternehmen in die Knie zwingen können. Sei es nun die Kontosperrung, so dass keinerlei Werbeeinnahmen mehr ausgezahlt werden oder aber durch die Manipulation der Seitenrelevanz in den jeweiligen Suchmaschinen.
Man kann das ganze natürlich immer von mehreren Seiten sehen. Es stellt sich somit die Frage wie ein großes israelisches Unternehmen sich alleine auf einen einzigen Werbeanbieter festlegt…








