Telemarketing abwehren
Kennen Sie das? Abends um 22.00 Uhr klingelt das Telefon und die nette Stimme am Telefon möchte einem einen neuen Handy-Vertrag verkaufen. Ich persönlich habe keine Problem mit solchen Anrufen, andere fühlen sich aber sehr belästigt.
Der Anschlussinhaber hat auch nicht so wirklich viele Möglichkeiten diese Anrufe abzuwehren.
Eigentlich gibt es nur:
- Neue Rufnummer beantragen und hoffen dass diese noch nie benutzt wurde
- Nur Anrufe mit Rufnummernübermittlung zulassen (Beantragung bei T-Com kostenlos)
- Nur bestimmte Anrufer zulassen (kostenpflichtig und Anzahl ist begrenzt)
Eine neue Rufnummer zu beantragen wird meist nicht wirklich helfen, da die Chance ziemlich hoch ist, dass jemand anderes bereits diese Nummer hatte und sich vielleicht sogar bei Gewinnspielen angemeldet hat.
Eine weitere (gar kostenlose) Möglichkeit wäre eine Beauftragung bei der Deutschen Telekom, Anrufe von Anrufern, welche keine Rufnummer übertragen, zu blockieren. Doch auch hier gibt es einen Haken: Leider gibt es noch immer (wenige) Anrufer die keine Anrufübermittlung freigeschaltet haben. Wenn auf diese Anrufer dennoch verzichten kann, ist das die beste und vor allem einzige kostenlose Möglichkeit, da Telemarketing-Firmen meist keine Rufnummer übermitteln.
Gut wäre ein Anruf-Filter. Zwar bietet die Deutsche Telekom die Möglichkeit nur ausgewählte Anrufer zuzulassen – andere erhalten eine Ansage – doch ist das auch nicht wirklich optimal, da es leider eine Begrenzung gibt.
Würde ich mich belästig fühlen, wären o.g. Möglichkeiten für mich absolut nicht ausreichend. Ich würde gerne vorab wissen, mit wem ich sprechen soll. Ich habe keinen deutschen Anbieter gefunden, der mir ausreichende Schutzmöglichkeiten kostenlos bietet.
Verzichten muss man dennoch nicht, denn über einen kleinen Umweg ist eine Filterung der Anrufe tatsächlich auch in Deutschland möglich. In Kurzform: Die deutsche Festnetznummer wird permanent an eine ausländische Nummer weitergeleitet, wovon der Anrufer nichts mitbekommt. Vom Ausland aus erfolgt die Anrufsignalisierung per VoIP und man wird mit dem Gesprächsteilnehmer per VoIP verbunden.
Hier eine bebilderte einfachere Erklärung:

Der Anruf von Pamela wird von Deutschland in die USA weitergeleitet und von dort aus über das Internet zurück an Elvis. Klingt ziemlich kompliziert, ist es aber gar nicht. Die Einrichtung selbst dauert nur wenige Sekunden, da mehr als eine permanente Anrufweiterleitung nichts weiter am Anschluss vorgenommen werden muss.
Eine permanente Weiterleitung an eine andere Rufnummer ist meist kostenfrei möglich, man zahlt fast immer nur die Weiterleitungskosten, da ja der Anrufer nicht ob und wohin umgeleitet wird. Je nach Tarif und Anbieter gibt es gar Flatrates die eine Weiterleitung inkl. anfallender Leitungskosten abdecken.
Die Deutsche Telekom bietet eine Flatrate in die USA ab knapp 5 Euro an. Enthalten sind ebenfalls pauschal tarifierte Gespräche ins europäische Ausland. Weitere Informationen gibt es unter 0800-TELEKOM. Natürlich funktionieren Call-by-Call Anbieter ebenfalls.
GrandCentral ist natürlich eher nicht für o.g. Szenario aus Deutschland gedacht, es funktioniert aber trotzdem – mit einer Einschränkung: Anrufe können nur bei Gizmo signalisiert werden, da Google nicht bereit ist die Weiterleitungskosten ins Ausland (was sehr verständlich ist!) zu tragen.
Die Anmeldung bei GrandCentral ist aus Deutschland nur über einen US-amerikanischen Proxy möglich, der auch SSL-Verbindungen erlaubt. (die meisten kostenlosen bieten keine verschlüsselte Verbindungen.
Hat man es aber geschafft sich anzumelden, ist der Rest selbsterklärend. Nicht vergessen, ein kostenloses Gizmo5 VoIP Konto ist erforderlich sollte man GrandCentral aus dem Ausland nutzen wollen.
GrandCentral als Anruf-Filter
GrandCentral besitzt einen hervorragenden Anruf-Filter. Man kann bestimmte Rufnummern von Beginn an blockieren und Anrufe von unbekannten Teilnehmern landen wunschweise direkt auf dem Anrufbeantworter.
Es gibt sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten. Die interessanteste ist dabei die Benutzeranmeldung: Anrufe werden wunschweise durch GrandCentral angekündigt. Sehr interessant bei grossen Aufkommen von Telemarketing.
Der Anrufer wird gebeten seinen Namen auf Tonband zu sprechen. Nun hält GrandCentral Rückfrage mit dem GrandCentral Nutzer und spielt den Namen des Anrufers vor. Man kann sich nun entscheiden ob man mit der Person sprechen möchte, vielleicht sogar das gesamte Gespräch aufzeichnen will oder aber ob der Anrufer direkt auf dem Anrufbeantworter landen soll. Für diese Entscheidung hat man 15 Sekunden Zeit, danach landet der Anrufer direkt auf dem Anrufbeantworter. Klingt ziemlich durchdacht, ist es auch.
Für pauschal unter 5 Euro kann man so (sofern man Kunde der Deutschen Telekom ist) diesen hervorragenden Anruf-Filter von GrandCentral bei seinem Festnetzanschluss benutzen.
Übrigens: Eine permanente Weiterleitung am analogen Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom erreicht man durch die Eingabe von * 21 * ZIELNUMMER #
Die Chance ist ziemlich hoch, dass Google Anrufdaten aufzeichnet und vor allem für eigene Dienste weiterverwendet. (wie bei Goog-411) Wichtige Geschäftsanrufe daher eher nicht über diesen Dienst führen…
Link: Google’s GrandCentral
Hinweis: GrandCentral wurde in Google Voice umbenannt.
Ratgeber

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Die Ideen sind schon sehr gut, aber wichtig ist es auch, sich am Telefon entsprechend zu verhalten. Nicht jeder kennt sich mit den technischen Möglichkeiten gut aus.
Dazu habe ich einen kleinen Ratgeber geschrieben:
“Callcenter oder wie wehre ich mich gegen unliebsame Anrufe” erschienen im BOD-Verlag ISBN 783837085792 für 6,90 €. Ihr könnt den Ratgeber auch über amazon.de bestellen.
Schöne Grüße
Gaby Klasen
http://www.gaby-klasen.de
Vielen Dank für den Hinweis, Gaby!