Briefe frankieren mit dem Handy

Die Deutsche Post ist eigentlich weniger für Innovationen im Deutschen Technologiebereich bekannt. Um so erstaunlicher ist es, dass die DPAG nun fast eine Voreiterrolle für mobile Frankierung für Briefe und Postkarten in Deutschland einnimmt. Die Idee ist wirklich hervorragend. Umsetzung und Preise allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Mit dem sogenannten “HANDYPORTO“, dem handlichen Porto der Deutschen Post, kann ab sofort jeder Vodafone- und T-Mobile Kunde per SMS seine Briefmarken kaufen. Nein, der Postbote kommt nicht vorbei und bringt die Briefmarke ins Haus. Nach der Bestellung per SMS erhält der Kunde innerhalb weniger Sekunde eine Zahlenkombination, welche er oder sie einfach nur auf dem Brief vermerkt. Der 12-stellige “Code” muss dann anstatt der Briefmarke per Hand auf den Briefumschlag in 3 Blöcken a 4 Zeichen aufgeschrieben werden.

Da die Sortiermaschinen der Deutschen Post AG mit dem Code (noch) absolut gar nichts anfangen kann, wird der Brief erst einmal aussortiert und muss später von einem Postmitarbeiter manuell überprüft werden. Dazu prüft der Angestellte per Hand den Zahlenblock, vergleicht ihn mit der Liste des Computers und druckt! einen Barcode aus, welchen er auf den Brief klebt.

Nun wird der Brief wieder in die Sortiermaschine (zweiter Durchlauf) eingelegt und sollte (dank des Barcodes) richtig erkannt werden.

Preise

Qualität hat bekanntlich seinen Preis. Da ja nun auch ein Mitarbeiter abgestellt werden muss, lässt sich die Post die Mehrkosten verständlicherweise auch bezahlen. 85 Cent verlangt die Post für die mobile Briefmarke für die Postkarte und 10 Cent mehr für den Standard-Brief. Dazu kommen die SMS-Kosten des jeweiligen Anbieters. Zum Vergleich: Porto für einen “normalen Standardbrief” mit echter Briefmarke kostet 55 Cent - dafür hat man aber auch den Weg zur Post.

Die Post plant zukünftig die Verbesserung der Sortieranlagen, so dass das Handyporto durch einen Computer erkannt wird und nicht explizit ein Mitarbeiter zur Überprüfung abgestellt werden muss.

Übrigens: Verschiedene Tests von Fachzeitschriften zeigten, dass die Zustellzeit der durch Handyporto frankierten Briefe und Postkarten nicht länger dauerten, als bei Briefen und Postkarten mit “echter “Frankierung.

 

 

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