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Aktuelle Instant Messenger in der Übersicht

Microsoft hat vor wenigen Tagen den beliebten Instant Messenger Windows Live Messenger (ehemals MSN Messenger) in einer Beta-Version veröffentlicht. Die neue Version beinhaltet sehr viele optische Anpassungen. Weniger Tage später hat Yahoo scheinbar die Betaphase für den Yahoo Messenger in der Version 9.0 beendet und stellt diese nun standardmässig Yahoo-Kunden zur Verfügung.

Während Google echter auf grausame schlichte Oberflächen setzt, setzen Yahoo und Microsoft doch eher auf die Optik. Eine Software oder Webapplikation soll doch aber Spass machen und vernünftig aussehen und dabei keine schmerzenden Augen verursachen? Hier eine Übersicht der beliebtesten “Haupt-Messenger”.


Yahoo Messenger 9.0

Yahoo Messenger in der Version 9.0 ist optisch wirklich ausgezeichnet. Die Oberfläche wirkt auf dem ersten Blick vielleicht überladen, doch spätestens nach wenigen Minuten kann man fast schon nicht mehr ohne. Wer eine Webcam zu Hause hat, kann diese mit Yahoo ohne Probleme nutzen. Die Bildqualität ist akzeptabel. Punkte machen kann auf jeden Fall die Sprachübertragung. Selbst bei Modemgeschwindigkeiten hatte ich niemals Probleme mit der Sprachqualität gehabt. Offline-Nachrichten sind bei jedem “Haupt-Messenger” schon Standard und brauchen eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden. Interessant: Die Möglichkeit, Dateien mit bis zu 2 GB Dateigrösse, über den Messenger zu versenden… sofern denn die Verbindung mitmacht. Fotos können einfach in das Yahoo-Chatfenster gezogen werden und werden dem Gegenüber sofort angezeigt, gleiches gilt für Yahoos Online-Bilderdienst Flickr. Einfach die Adresse zum Photo (URL) bzw. die Adresse eines Videos (video.yahoo.com) in das Chatfenster schreiben und schon kann man, ohne extra die Seite besuchen zu müssen, das Video oder das Photo einsehen.

Einziges Manko von Yahoo: Anders als bei Microsoft muss man sich bei Yahoo für einen Yahoo Benutzernamen anmelden. Das bietet zwar Vorteile, wie ein eigenes E-Mail Postfach oder ein sehr gutes Online Adressbuch, jedoch braucht nicht jeder diese “Zusatzdienste”. Alle guten Namen sind seit Jahren vergeben, da jeder Benutzername automatisch auf jedem nationalen Yahoo Portal die Anmeldung ermöglicht. Würde Yahoo, genau wie Microsoft, auf E-Mail Adressen als Benutzernamen setzen, so könnte es dem Netzwerk eine Menge neuer Nutzer bescheren. Vor kurzem hat Yahoo zwei weitere Adressbereiche geöffnet: @ymail.com und @rocketmail.com.

Dank einer Kooperation können Yahoo-Mitglieder auch WLM-Nutzer per Text-Chat erreichen.

 

Windows Live Messenger

Der Windows Live Messenger ist noch immer besser bekannt unter dem Namen MSN Messenger und erfreut sich seit Jahren grösster Beliebtheit. Genau wie bei Yahoo gibt es eine Webcam- und eine Sprachunterstützung. Neu hinzugekommen sind in der aktuellsten Betaversion die Intregation einiger Microsoft-Dienste, darunter Microsoft Skydrive. Microsoft Skydrive ist eine Art “Online-Festplatte” mit 5 GB Speichervolumen. Man kann wie auf der lokalen Festplatte Ordner erstellen und Daten hochladen. Besonders ist die Datenfreigabe. Einzelne Dateien oder ganze Ordner lassen sich auch mit Freunden oder Bekannten teilen. Je nach Einstellung hat der Eingeladene nur Lesezugriff oder kann wunschweise auch eigene Daten in den oder die freigegebenen Ordner laden. Das Ganze ist besonders interessant durch die Integration in den Messenger, denn so kann man letztendlich auch Daten senden, wenn der Empfänger gerade nicht im Internet eingewählt ist. Daten hochladen und nur noch freigeben… und schon kann der Empfänger beim nächsten Login auf die Daten zugreifen. Neben Skydrive gibt es noch eine Integration in Windows Live Spaces, der Live Community. Bilder teilen, Tagebücher schreiben, etc. stehen zur Verfügung.

Dank einer Kooperation können WLM-Mitglieder auch Yahoo-Nutzer per Text-Chat erreichen.

 

AOL Instant Messenger

Die Version 6.8 des AOL Instant Messengers, kurz AIM, benötigt genau wie Yahoo einem kostenfreien AOL Benutzernamen. Sofern man sich nicht schon vor Jahren bei AOL registriert hat, ist die Auswahl an guten Namen sehr begrenzt, immerhin wird AOLs AIM Software noch immer von den meisten US-Amerikanern als Haupt-Chatprogramm eingesetzt. AOL setzt auf Design und Erweiterungsfähigkeiten (Plugins) und so stehen fast 70 Plugins zum kostenfreien Download. In Deutschland hat sich AIM interessanterweise nie wirklich (ausser bei AOL-Kunden) durchsetzen können. Video- und Sprachunterstützung sowie @AIM.com E-Mail Integration sind nur einige der vielen Funktionen.

 

 

Google Talk Messenger

Soll Google talk wirklich in die Liste der “Haupt-Messenger” aufgenommen werden? Immerhin ist die Nutzergruppe doch sehr klein. Da allerdings immer mehr Personen eine @gmail.com E-Mail Adresse nutzen und diese so automatisch (ob sie wollen oder nicht) eine Google talk Chat-Adresse besitzen, habe ich mich letztendlich doch dazu entschlossen.

Die Downloadgrösse von Google talk ist sehr klein – verglichen mit den anderen Messengern. Man könnte argumentieren, dass es daran liegt, dass es einfach kaum Funktionen bietet. So werden zwar Offline-Nachrichten und Audiokonversationen unterstützt, jedoch gibt es keine Möglichkeit eine Webcam einzusetzen. Das ist für heutige Zeiten doch eher unüblich. Die Sprachqualität ist ausreichend und auch mit langsamen Geschwindigkeiten “auszuhalten”, so glasklar wie Gespräche über den Yahoo Messenger ist es aber auf gar keinen Fall. Lokale Bilder von der eigenen Festplatte kann man einfach ins Chatfenster ziehen und diese werden dem Chatpartner sofort in Echtzeit als Vorschau angezeigt. Übrigens kann man in der minimalistischen Chatoberfläche von Googlemail Webmail auch mit AIM-Nutzern plaudern – das Ganze ist leider Nutzern des Chatprogramms Gtalk verwehrt. Vor langer Zeit war auch eine Erweiterung in Planung, so sollte man zukünftig auch mit Yahoo-Nutzern plaudern können. Bis heute ist dieses noch nicht möglich. Eine Zukunft wird google Talk in dieser Form jedenfalls nicht haben. Google setzt auf Webapplikationen und wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auf webbasierte Produkte setzen, so dass man sich wohl eher in Zukunft mit Google talk Lite zufrieden geben muss.

 

ICQ

ICQ “I seek you” gehört seit Jahren zu AOL und erfreute sich Ende der 90er Jahre als AIM-Alternative riesiger Beliebtheit. Damals gab es fast niemanden, der nicht eine lange ICQ-Adresse besitzt hatte. Damals war das Programm aber auch noch nicht überladen. ICQ gibt es in Deutschland in drei verschiedenen Versionen. Eine “original ICQ”-Version und zwei Versionen in Zusammenarbeit mit SAT.1 und ProSieben. Der Unterschied zwischen den Versionen: Bei ICQ ProSieben und ICQ Sat.1 gibt eine Integration von Diensten der Fernsehsender. So kann man beispielsweise bei SAT.1 das aktuelle SAT.1 Fernsehprogramm auf dem SAT.1 Portal sehen und/oder sich bei der jeweiligen Fernseh-Community anmelden um mit deutschsprachigen Nutzern zu plaudern. ICQ bietet Webcam und Audiounterstützung, Offline-Messaging, sowie optional kostenpflichtigen SMS-Versand. Telefonieren kann man auch über ICQ, sofern man Guthaben aufgeladen hat. ICQs Chatprogramm ist mehr als bunt und bietet sehr viel, jedoch werden auch entsprechend viele unnötige Systemressourcen verschwendet. In Deutschland ist ICQ – zumindest bei Jugendlichen – noch immer Nummer 1.

 

Übrigens bieten alle Messenger auch eine minimale webbasierte Version um zumindest per Textchat mit dem Partner kommunizieren zu können. Fast alle setzen mittlerweile auf Flash.

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